ARGE Flughafentunnel
Ort:
Stuttgart
Bauzeit:
2020 – 2026: Fertigstellung Rohbau
Auftraggeber:
DB Netz AG, Niederlassung Südwest, vertreten durch die DB-Projekt-Stuttgart Ulm GmbH
ARGE Flughafentunnel
Mit der Realisierung der Neubaustrecke Stuttgart–Ulm entsteht eine der modernsten und leistungsfähigsten Verkehrsinfrastrukturen Deutschlands.
ARGE Neubaustrecke Flughafentunnel – Ingenieurbau auf höchstem Niveau für eine leistungsfähige Infrastruktur
Ein zentraler Baustein dieses Mammutprojekts ist der rund 5,3 Kilometer lange Abschnitt im Bereich des Stuttgarter Flughafens – ein hochkomplexes Zusammenspiel aus Ingenieurbau, Tunnelbau, Streckenbau sowie umfangreichen Straßeninfrastrukturmaßnahmen. Die Arbeitsgemeinschaft ARGE Neubaustrecke Flughafentunnel, bestehend aus ZÜBLIN, Max Bögl und STRABAG, verantwortete die Planung und Ausführung dieses anspruchsvollen Abschnitts. Unterstützt wurde die ARGE u.a. durch weitere zentrale ZÜBLIN-Einheiten wie die Zentrale Technik, den Spezialtiefbau und die Züblin Umwelttechnik GmbH – ein perfektes Zusammenspiel interdisziplinärer Kompetenz.
Los VE 10 light (Los 1)
Das Vergabelos VE 10 light bildet das Herzstück des Gesamtprojekts und vereint mehrere technisch anspruchsvolle Bauwerke zu einer zentralen Infrastrukturkomponente. Entlang der Bundesautobahn A8 entsteht zunächst eine rund drei Kilometer lange oberirdische Neubaustrecke, die die leistungsfähige Anbindung an die weiteren Abschnitte der Neubaustrecke Stuttgart–Ulm sicherstellt. Kernstück des Loses ist der Bau eines zweiröhrigen, eingleisigen Flughafentunnels, der inklusive umfangreicher Trogbauwerke präzise in das dicht genutzte Umfeld von Flughafen und Messe Stuttgart integriert wurde. Ergänzt wird dieses Bauwerk durch die unterirdische Station Flughafen/Messe, die als wichtiger zukünftiger Verkehrsknotenpunkt für Bahnreisende dient. Der neue Flughafentunnel unterquert sowohl die vielbefahrene Autobahn A8 als auch das dicht genutzte Messe- und Flughafengelände – ein Umfeld, in dem Präzision, Baugrundexpertise und umfassende Sicherheitskoordination oberste Priorität hatten.
Los VE NBS Ost (Los 2)
Das Vergabelos VE NBS Ost erweitert den Gesamtabschnitt um einen zentralen infrastrukturellen Baustein und verbindet modernen Bahnbau mit umfassenden Straßenbaumaßnahmen. Entlang der Autobahn A8 entsteht eine rund 2,3 Kilometer lange oberirdische, autobahnparallele Bahntrasse, die einen wichtigen Abschnitt der neuen Hochgeschwindigkeitsverbindung bildet. Ergänzend dazu wird die Südumgehung Plieningen realisiert, die unter anderem die Verlegung der Landesstraße L 1204 sowie die Neuordnung der Anschlussknoten zu den Landesstraßen L 1192 und der Bundesstraße B 312 umfasst. Im Zuge dieser Neuorganisation des Verkehrsraums entstehen mehrere Straßen- und Eisenbahnüberführungen, die die Leistungsfähigkeit des Mobilitätsknotens erheblich steigern. Zusätzlich werden neue Straßentröge für die Zu- und Abfahrten der Autobahn A8 errichtet, um die Verkehrsströme effizient zu bündeln und sicherzuführen. Auch wasserwirtschaftliche Maßnahmen spielen eine bedeutende Rolle: Der Bau von Regenrückhaltebecken, ergänzenden Wasserbauwerken und umfangreichen Lärmschutzanlagen trägt zu einem nachhaltigen und sicheren Betrieb der neuen Infrastruktur bei. Darüber hinaus werden zahlreiche Wirtschafts-, Rad- und Gehwege angepasst oder vollständig neu gebaut, um die Erreichbarkeit im Umfeld dauerhaft zu verbessern und multimodale Verkehrslösungen zu unterstützen.
Das Projekt setzt Maßstäbe im Bereich anspruchsvoller Tunnelbauwerke und zeigt, wie interdisziplinäre Teams, innovative Methoden und nachhaltiges Bauen zu einem zukunftsweisenden Ergebnis führen – ein herausragendes Beispiel dafür, wie moderne Ingenieurtechnik langfristig leistungsfähige Mobilitätskorridore schafft. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Bauingenieurwesen, Geotechnik, Vermessung und Sicherheitskoordination war dabei entscheidend. Der neue Flughafentunnel ist weit mehr als eine reine Verkehrsführung. Er schafft zusätzliche Kapazität, verbessert die Anbindung des Flughafens an das regionale und überregionale Verkehrsnetz und trägt zur Reduzierung von Staus und Emissionen bei. Durch optimierte Verkehrsflüsse werden CO₂-Ausstoß und Reisezeiten verringert – ein wesentlicher Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität. Für den Bau wurden langlebige Materialien und ressourcenschonende Prozesse eingesetzt, die den späteren Wartungsaufwand minimieren. Darüber hinaus wurden Beleuchtungssysteme mit LED-Technik, energieeffiziente Belüftungskonzepte und modernste Sicherheits- und Leittechnik integriert. Mit dem Flughafentunnel ist ein leistungsfähiges, dauerhaftes und sicheres Infrastrukturwerk entstanden, das die Mobilität der Region nachhaltig stärkt.