Das ZÜBLIN-Haus
Ort:
Stuttgart
Bauzeit:
1983 - 1984
Das ZÜBLIN-Haus
Die Unternehmenszentrale in Stuttgart ist ein architektonisches Highlight für Mitarbeiter:innen sowie Besucher:innen. Das markante Bürogebäude verbindet visionäre Architektur, Innovation und Unternehmensgeschichte an einem Ort.
Architektur, die bis heute beeindruckt
Das ZÜBLIN-Haus in Stuttgart wurde zwischen 1983 und 1984 nach einem Entwurf des Kölner Architekten und Pritzker-Preisträgers Prof. Gottfried Böhm erbaut und am 22. Mai 1985 eingeweiht. Charakteristisch für das Gebäude ist seine markante Fassade aus geformten Betonelementen mit Rheinkies sowie die unverwechselbare rötliche Farbgebung, die dem Baukörper ein warmes und zugleich kraftvolles Erscheinungsbild verleiht. Die Fassade entstand aus vorgefertigten, rötlich eingefärbten Brüstungsplatten mit aufgesetzten Fensterpfosten und etwas dunkleren tragenden Fassadenstützen. Seit der Firmengründung durch Eduard Züblin, einem Pionier des Stahlbetonbaus, hatte ZÜBLIN die Stahlbetonbauweise stetig weiterentwickelt und war dem Baustoff in besonderer Weise verbunden. Als Baumaterial für das ZÜBLIN-Haus in Stuttgart kam daher nur Beton und die neueste Fertigteiltechnik infrage. 2009 wurde das ZÜBLIN-Haus in Stuttgart in die Liste der Kulturdenkmäler aufgenommen.
Aufbau und Struktur des Gebäudes
Das 94 Meter lange ZÜBLIN-Haus besteht aus zwei siebengeschossigen Büroriegeln, die 24 Meter voneinander entfernt stehen und durch drei Stege miteinander verbunden sind. Von außen betrachtet ist das Gebäude durch drei turmartig ausgebildeten Kernbereichen geteilt.
Das Herzstück des Gebäudes bildet das beeindruckende, 60 Meter lange und 25 Meter hohe Atrium zwischen den beiden Flügeln. Ein sattelförmiges Glasdach und eine großzügige Glasfront verwandeln den Innenhof in einen lichtdurchfluteten Raum – ein idealer Ort für besondere Veranstaltungen. Das Atrium wird mit Ginkgo-Bäumen geschmückt – ein lebendiges Symbol für Beständigkeit, Wachstum und Zukunft. Jeweils an den Kopfseiten des Atriums befinden sich am Boden zwei kunstvolle Mosaike aus schwarzen Marmorsteinchen. Gleichzeitig trägt das Atrium erheblich zur Reduzierung des Energieverbrauchs des ZÜBLIN-Hauses bei: durch niedrigere Heizkosten für die zum Innenhof gerichteten Büros und dank der Wärmepumpen unter dem Dach, die zur Erwärmung der Gebäudewasserversorgung beitragen.
Architekt Gottfried Böhm
Der Kölner Architekt Gottfried Böhm und ZÜBLIN fanden sich, als Anfang der 1980er-Jahre für der Bau einer neuen ZÜBLIN-Firmenzentrale in Stuttgart anstand. Prädestiniert für den Stahlbetonbaus war der mit Sakral- und Kulturbauten inzwischen bekannt gewordene Gottfried Böhm. Insbesondere sein virtuoser Umgang mit dem formbaren Baustoff Beton bei der Realisierung der Wallfahrtskirche Neviges in Nordrhein-Westfalen, die 1965 bis 1967 von ZÜBLIN gebaut worden war und zu einem späteren Zeitpunkt von ZÜBLIN saniert wurde, hatte ihm in der Branche großes Ansehen verschafft. Die außergewöhnliche Dachform der Wallfahrtskirche Neviges gleicht einem monumentalen Faltwerk mit Sichtbetonoberflächen.
Der Hauptsitz der Ed. Züblin AG
Das ZÜBLIN-Haus bildet zusammen mit den später hinzugekommenen Gebäuden Z zwo und Z3 den Hauptsitz der Ed. Züblin AG, der Zentralen Technik sowie mehrerer Fachbereiche und Tochtergesellschaften. Hier arbeiten rund 1.200 Mitarbeitende des Konzerns.
Doch der ZÜBLIN‑Campus ist nicht nur architektonisch vorbildlich, sondern auch in puncto Nachhaltigkeit: ZÜBLIN ist das erste und bislang einzige Unternehmen in Deutschland, das für jedes Gebäude auf seinem Firmengelände ein Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) erhalten hat. Das Stuttgarter Unternehmen erhielt 2009 Silber für Z‑zwo, 2014 folgten Gold für Z3 und Bronze für das, denkmalgeschützte ZÜBLIN-Haus. Nach Abschluss der umfangreichen, rund zweijährigen Sanierungsarbeiten am ZÜBLIN-Haus im Jahr 2017 konnte die DGNB-Bronzebewertung sogar in Silber übergehen: Nach der Installation eines unternehmenseigenen Blockheizkraftwerks im Jahr 2012 zur Verbesserung der Energieeffizienz des Gebäudes wurden unter anderem die Fensterverglasungen ausgetauscht, um eine bessere Wärmedämmung zu erreichen, sowie eine Kühlanlage installiert.