TransnetBW Umspannwerk Kuppenheim
Ort:
Kuppenheim
Fertigstellung:
2027
TransnetBW Umspannwerk Kuppenheim
Standort: An der K 3715 in 76456 Kuppenheim
Um die Stromversorgung auch unter den sich ändernden Bedingungen der Energiewende zu gewährleisten und Überlastungen zu vermeiden, erweitert TransnetBW im Projekt „Netzverstärkung Badische Rheinschiene (NBR)“ das Übertragungsnetz zwischen Karlsruhe-Daxlanden und Eichstetten am Kaiserstuhl von 220 auf 380 Kilovolt (kV).
Die Maßnahme ist Teil des Netzentwicklungsplans sowie des Bundesbedarfsplangesetzes. Zum Projekt gehört neben dem bereits abgeschlossenen Neubau eines Umspannwerks in Kehl-Kork auch der Umbau von fünf bestehenden 220-kV-Umspannwerken entlang der Trasse, darunter in Kuppenheim. Der Ersatzneubau des Umspannwerks Kuppenheim beinhaltet im Wesentlichen eine gasisolierte 380-kV-Schaltanlage (GIS) mit GIS-Gebäude und Betriebsgebäude.
Die neue Schaltanlage wird sowohl von Norden als auch von Süden jeweils mittels zweier Freileitungen in das 380-kV-Netz der TransnetBW eingebunden. Die Versorgung des unterlagerten 110-kV-Netzes erfolgt über zwei 380-/110-kV-Transformatoren aus dem 380-kV-Netz. Zudem ist eine Platzreserve für einen weiteren 380-/110-kV-Transformator vorgesehen. Der Neubau des Umspannwerks wird im laufenden Betrieb realisiert. Die Errichtung der neuen Anlage kann zu einem Großteil autark erfolgen.
Das Projekt strebt eine DGNB-Zertifizierung „Nachhaltige Baustelle“ der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen an.
-
Kenndaten
- Grundstücksfläche (GF): 73.300 m²
- Bebaute Fläche (BF): 20.400 m²
- Brutto-Rauminhalt (BRI): 7.685 m³
- Brutto-Grundfläche (BGF): Gesamt: 1.589 m²
- Oberirdisch: 3 oberirdische Geschosse (inkl. Staffelgeschoss)
- Unterirdisch: Schächte und Kabeltrassen
-
Bauzeit
Phase 1 Errichtung neues Umspannwerk:
- Infrastruktur von 27.01.2026 bis 28.05.2027, Dauer: 70 KW
- Erdarbeiten von 27.01.2026 bis 05.10.2026, Dauer: 36 KW
- Rohbau und Ausbau von 09.03.2026 bis 01.02.2027, Dauer: 48 KW
Zertifiziert von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)
Bei diesem Projekt verfolgt die Ed. Züblin AG mehrere Ziele: Eine nachhaltige Baustellenorganisation, die Schonung der Ressourcen sowie die Minimierung der Emissionen, die Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bauenden, die Pflege guter Nachbarschaft und natürlich eine qualitätsreiche Bauausführung. Dafür wurde die Ed. Züblin AG als erstes Unternehmen von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet.
Hier finden Sie weitere Informationen zum DGNB System für nachhaltige Baustellen: https://www.dgnb-system.de/de/gebaeude/baustelle/
Ausgewählte Maßnahmen am Projekt
-
Fertigteile
Durch den umfassenden Einsatz von Fertigteilen (Filigrandecken, Fundamente) kann eine kürzere Bauzeit erreicht werden. Ebenso wird das Abfallaufkommen durch die vorkonfektionierten Bestellungen reduziert. Zudem wurde ein Montagekonzept erarbeitet, um einen reibungslosen Bauablauf zu gewährleisten.
-
Digitaler BetonabrufUm die Betonagen bestmöglich koordinieren zu können, erfolgen die Abrufe mit einer digitalen Anwendung. Insbesondere bei Großbetonagen können die Fördermengen auf die Beton-Pumpe abgestimmt und somit die Wartezeiten der Betonmischer verkürzt werden. Es werden Herstellungszeiten optimiert und Lärmemissionen reduziert.
-
Ressourceneinsparung und Emissionsminderung durch LEAN-Construction
Im Zuge der Lean-Betrachtung wurde ein Produktionsplan mit Abrufterminen (z.B. Dämmung) erstellt. Die Bau-Produktionsplanung wird wöchentlich detailliert und an den tatsächlichen Fertigungsfortschritt angepasst. Veränderungen aus dem Bauablauf werden laufend berücksichtigt und die Just-in-time-Lieferungen können besser umgesetzt werden. Nach- und Neubestellungen auf Grund später Planänderungen werden vermieden.
-
Einsatz energieeffizienter BaumaschinenEs ist geplant, dass alle auf der Baustelle eingesetzten, motorbetriebenen Anlagen und Maschinen, z.B. betr. Erdbaugeräte, Kompressoren, etc., mit einer Leistung über 75 kW dokumentiert werden und festgehalten wird, welche EU-Stufe (Energieeffizienzklasse/EEK) diese erfüllen, um sicherzustellen, dass möglichst energieeffiziente Baumaschinen verwendet werden.
-
Regionale Firmen und LieferantenEs werden nach Möglichkeit hauptsächlich regionale Firmen und Lieferanten eingesetzt, um Transport- und Arbeitswege zu reduzieren.
-
Gesundheit und SozialesDie Gefahr von Unfällen wird durch die Erstellung und Anwendung umfangreicher Sicherheits- und Gesundheitsdokumente reduziert. Sie tragen auch dazu bei, die Leistungsfähigkeit des Personals zu erhalten.
-
Qualität der BauausführungVor der Bestellung wird anhand von Materialdeklarationslisten geprüft, ob Baustoffe und Bauteile den anerkannten Regeln der Technik und den vertraglichen Vereinbarungen entsprechen. Durch die Wareneingangskontrolle erfolgt ein Soll-Ist-Abgleich der angelieferten Baumaterialien. Vor und während der Ausführung von Bauleistungen wird die Einhaltung der technischen Vorschriften anhand von Qualitätsprüfplänen dokumentiert.
-
AbfallmanagementFür das Projekt wird ein effektives Abfallmanagement-System eingerichtet. Auf der Baustelle findet eine gezielte Müllsortierung bzw. -trennung statt. Hiermit wird sichergestellt, dass die entstehenden Bauabfälle ordnungsgemäß entsorgt und/oder recycelt werden.
| Ansprechperson Zertifizierung | Sven Gelke |
| Projektansprechpartner | Muhammed Cinar |
| Baustellenadresse | An der K 3715, 76456 Kuppenheim Tel. +49 721 6204 – 100 ZÜBLIN-Direktion Karlsruhe Sekretariat |
| Download | Pressemitteilung |
| Link | DGNB: Zertifizierung |