Galeriebauwerk Sengwarden
Ort:
Sande
Bauzeit:
5/2021 - 10/2023
Auftraggeber:
DB Netz AG, Hannover (DE)
Galeriebauwerk Sengwarden
Entlang der Bahnstrecke 1552 realisierte ZÜBLIN im Ingenieurbau ein 2,3 Kilometer langes Galeriebauwerk, das die Oberleitung gegenüber einer Marinefunkstation abschirmt und gleichzeitig als Lärmschutz dient. Die Konstruktion in Stahlrahmenbauweise mit Aluminium-Pultdach ruht auf 940 Bohrpfählen und erfüllt höchste technische Anforderungen.
Galeriebauwerk Sande – Abschirmung und Lärmschutz für die Bahnstrecke 1552
Zwischen Mai 2021 und Oktober 2023 realisierte die Ed. Züblin AG im Auftrag der DB Netz AG ein technisch anspruchsvolles Ingenieurbauprojekt in Sande. Ziel war die Errichtung eines Galeriebauwerks entlang der Bahnstrecke 1552, das sowohl als Abschirmung für die Oberleitung gegenüber einer Marinefunkstation als auch als Lärmschutz für die angrenzenden Bereiche dient.
Die Elektrifizierung der Strecke ab 2022 erforderte eine besondere Lösung: Der elektrische Zugbetrieb hätte die Marinefunkstation technisch gestört. Nach Vorgaben des Fraunhofer Instituts musste die Abschirmung aus einer geschlossenen, geerdeten Metalloberfläche bestehen. Gleichzeitig sollte das Bauwerk eine wirksame Lärmschutzfunktion übernehmen.
Die bautechnisch optimale Lösung war ein Galeriebauwerk mit einer Länge von 2.281 Metern, das bahnlinks vollständig geschlossen und mit einer Lärmschutzwand bis zur Dachkonstruktion ausgestattet ist. Bahnrechts wurde eine offene Konstruktion mit abschnittsweise integrierten Lärmschutzwänden umgesetzt.
Die Konstruktion umfasst: Lärmschutzwandkonstruktion mit Aluminium-PultdachStahlrahmenbauweise mit Stützen im Abstand von ca. 5 m und einer Höhe von bis zu 8 m über SchienenoberkanteLärmschutzelemente bis Unterkante Dach, teilweise bis 3 m über SchienenoberkanteGründung auf rund 940 Bohrpfählen mit Durchmessern bis 1,20 m und Tiefen zwischen 10 und 15 mIntegration von Stahltorsionsbalken an Eisenbahnüberführungen und Straßenunterführungen sowie Bau einer Stahlbetonbrücke
Die Arbeiten umfassten umfangreiche Beton- und Stahlbetonarbeiten mit 1.200 m³ unbewehrtem Beton, 230 Tonnen Bewehrungsstahl sowie die Herstellung von rund 20.000 m² Lärmschutzwänden. Zusätzlich wurden ca. 4.000 m² Schalung eingesetzt.
Die Bauausführung erforderte eine präzise Arbeitsvorbereitung und Koordination, da die Arbeiten bei laufendem Bahnbetrieb stattfanden. Neben der Errichtung des Galeriebauwerks wurden bahnparallele Baustraßen angelegt, um die Logistik und den Materialtransport sicherzustellen.
Mit dem Galeriebauwerk in Sande wurde ein Projekt realisiert, das höchste technische Anforderungen erfüllt und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Lärmminderung und zum Schutz sensibler Infrastruktur leistet. Die Kombination aus Ingenieurbau, Stahlbau und Lärmschutz macht dieses Vorhaben zu einem Referenzprojekt für komplexe Bahn-Infrastrukturmaßnahmen.