Nahaufnahme eines großen Krans auf einer Baustelle im Meer, Teil einer künstlichen Inselkonstruktion vor Prerow.
Nahaufnahme eines großen Krans auf einer Baustelle im Meer, Teil einer künstlichen Inselkonstruktion vor Prerow. © Ralf Mertz / ZÜBLIN

Inselhafen Prerow

Ort: 
Prerow

Bauzeit: 
8/2022 - 5/2025

Auftraggeber: 
Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt, Rostock

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Inselhafen Prerow

Vor der Küste von Prerow entstand ein hochmoderner, hufeisenförmiger Inselhafen als Ersatz für den Nothafen Darßer Ort – angeschlossen über die neue 720 Meter lange Seebrücke, der längsten im gesamten Ostseeraum. Das Projekt schaffte 44 vielseitige Liegeplätze für Seenotrettung, Fischerei, Gewerbe und schutzsuchende Sportboote und setzte mit großen Wasserbau- und Stahlbauvolumen neue Maßstäbe im maritimen Ingenieurbau.

Das Projekt „Inselhafen Prerow“ stellt eines der bedeutendsten wasserbaulichen Vorhaben an der deutschen Ostseeküste dar. Im Auftrag des Staatlichen Amts für Landwirtschaft und Umwelt Rostock entstand in der Zeit 2022 - 2025 ein komplett neuer Ersatzhafen für den Nothafen Darßer Ort. Dieser wurde seeseitig vor Prerow – rund 650 Meter vor der Küstenlinie – als hufeisenförmiger Inselhafen errichtet. Das Gesamtprojekt hat ein Auftragsvolumen von 34,4 Millionen Euro und wurde von mehreren Bauunternehmen in Arbeitsgemeinschaft ausgeführt, darunter die Ed. Züblin AG mit einem Leistungsanteil von 28 %.
 
Die Errichtung des neuen Inselhafens ist eine infrastrukturelle Schlüsselmaßnahme für die maritime Sicherheit im Ostseeraum. Da der bestehende Nothafen Darßer Ort zunehmend versandet und seine Funktionstüchtigkeit langfristig nicht mehr gewährleistet werden konnte, wurde mit dem Bau ein zukunftsfähiger Ersatz geschaffen. Kern des Projekts war der Bau der längsten Seebrücke der Ostsee – nach der Erweiterung 720 Meter lang – welche die Anbindung des Offshore-Hafens an das landseitige Verkehrsnetz sicherstellt. An ihrem Ende entstand der neue Inselhafen, der vielfältige Nutzungen abdeckt: von Rettungseinsätzen über Fischerei bis hin zum touristischen Schiffsverkehr und schutzsuchenden Sportbooten.
 
Zu den umfangreichen technischen Leistungen gehörten massive wasserbauliche Arbeiten. Insgesamt wurden 800 Tonnen konstruktiver Stahl, 400 Tonnen Spundwände sowie 700 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut. Der Einsatz von 140.000 Tonnen Schüttmaterial sowie 52.000 Tonnen Wasserbausteinen formt die künstliche Inselstruktur und schützt die Anlage vor erosiven Belastungen. Zusätzlich wurden 240 Rammpfähle, 73 Stahlrohre bzw. Dalben und eine 3.024 m² große Betonplatte hergestellt. Etwa 40.000 m³ Sand und Sediment wurden im Rahmen der Nassbaggerung bewegt. Korrosionsschutzmaßnahmen auf 16.400 m² beschichten die Stahlbauteile und gewährleisten die Langlebigkeit im maritimen Umfeld.
 
Der Inselhafen selbst verfügt nach Fertigstellung über insgesamt 44 Liegeplätze. Dazu zählen ein fester Liegeplatz für den Seenotrettungskreuzer der DGzRS mit zusätzlicher Stellfläche für ein Beiboot oder ein havariertes Schiff, ein Liegeplatz für die DLRG sowie acht Liegeplätze für örtliche Fischer – zwei für Fischkutter und sechs für kleinere Boote. Ergänzt wird das Angebot durch 33 Liegeplätze für schutzsuchende Sportboote, drei Plätze für ortstypisches Gewerbe sowie einen Notliegeplatz für größere Schiffe bis etwa 30 Meter Länge.
 
Parallel dazu entstand ein modernes Betriebs- und Funktionsgebäude mit Dachterrasse, das sowohl der Hafenlogistik als auch Rettungs- und Überwachungsfunktionen dient. Im nördlichen Bereich der Seebrücke wurde ein neuer Fahrgastschiffsanleger gebaut, der die touristische Nutzung ergänzt und die Region rund um Prerow weiter stärkt.
 
Mit dem Neubau des Inselhafens Prerow entstand ein hochmodernes, multifunktionales und sicherheitsrelevantes Hafenbauwerk. Es verbessert die maritime Infrastruktur der Region erheblich, stärkt den Küstenschutz und bietet langfristig sichere Bedingungen für Seenotrettung, Fischerei, Gewerbe und Wassersport.

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