Neugestaltung Hansakai – Stralsund Hafeninsel
Ort:
Stralsund
Bauzeit:
3/2022 - 5/2023
Auftraggeber:
Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund mbH, Stralsund (DE)
Neugestaltung Hansakai auf der Nördlichen Hafeninsel Stralsund, Los 7
Sanierung und Neugestaltung des Hansakais als Teil der städtebaulichen Entwicklung der Hafeninsel. Umsetzung hochwertiger Sichtbetonarbeiten, Fertigteilbau und moderne Entwässerungslösungen im Hochwassergefahrenbereich. Ein modernes, funktionales und optisch anspruchsvolles Hafenareal – ein Meilenstein für Stralsund.
Das Bauvorhaben „Neugestaltung Hansakai auf der Nördlichen Hafeninsel Stralsund, Los 7“ ist ein zentraler Bestandteil der städtebaulichen Erneuerung der Hafeninsel in Stralsund. Der östliche Bereich des Hansakais wurde in den Jahren März 2022 bis Mai 2023 umfassend saniert und neugestaltet. Auftraggeber war die Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund mbH, während die Ed. Züblin AG, Bereich Ingenieur- und Hafenbau der Direktion Nord die Bauausführung übernahm. Das Projektvolumen belief sich auf 3,2 Mio EUR. Wesentliches Ziel der Maßnahme war es, die bauliche Sicherheit der Uferkanten wiederherzustellen, die Freiflächen funktional zu verbessern und gestalterisch aufzuwerten. Parallel dazu wurden infrastrukturelle Modernisierungen umgesetzt, die sowohl Versorgungsleitungen als auch Starkstromanlagen und Beleuchtung umfassten.
Die Maßnahme war eng mit wasserbaulichen Arbeiten verbunden, insbesondere mit der Erneuerung der Spundwände am benachbarten Liegeplatz 6. Das im Vorfeld entwickelte Gestaltungskonzept definiert sowohl funktionale Anforderungen als auch gestalterische Standards, sodass eine harmonische Einbindung in das Gesamtbild der Hafeninsel gewährleistet wurde.
Die Umsetzung konzentrierte sich auf zwei zentrale Baufelder: das Baufeld A1 an der Wassertreppe mit Schwerpunkt Betonbau sowie Baufeld A2 rund um das Lotsenhaus und die Aufschleppe. Innerhalb dieser Bereiche wurden verschiedene Hauptleistungen ausgeführt. Dazu gehörten der Abbruch von 15 m³ Beton und Stahlbeton, ein Aushub von 180 m³ sowie die Herstellung eines 335 m langen Entwässerungsgrabens. Es wurden insgesamt 450 m³ Betonfundamente und 140 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut. Weiterhin entstanden 385 m³ Schottertragschichten, eine 1.220 m² große Dränmatte wurde eingebaut und 335 m Entwässerungsrinnen mit Gitterelementen montiert. Ein bedeutender Teil der Arbeiten entfiel auf das Setzen von insgesamt 508 Betonfertigteilen, darunter Podeste, Sitzstufen sowie Geh- und Blockstufen. Die so bearbeitete Fläche betrug circa 2.100 m² und prägt das Erscheinungsbild des Hansakais maßgeblich.
Die Bauausführung war von mehreren besonderen Herausforderungen geprägt. Zum einen lagen Teile des Arbeitsbereichs im Hochwassergefahrengebiet, was erhöhte Sicherheitsanforderungen sowie eine spezifische Bauablaufplanung notwendig machte. Zudem wurden hohe Anforderungen an Sichtbetonoberflächen gestellt, um das gestalterisch anspruchsvolle Gesamtbild des Kais zu realisieren. Für die Errichtung von Mastfundamenten waren teilweise manuelle Aushubarbeiten erforderlich, da maschineller Einsatz aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nur eingeschränkt möglich war. Darüber hinaus kamen verschiedene Sonderkonstruktionen zum Einsatz, wie beispielsweise spezielle Entwässerungsrinnen oder Handläufe aus V4A-Edelstahl, die besondere Korrosionsbeständigkeit bieten.
Das Bauverfahren basierte überwiegend auf Fertigteil- und Systembauweise und wurde durch Erdbewegungen und Flachgründungen ergänzt. Die Kombination aus ingenieurtechnisch anspruchsvollen Betonfertigteilarbeiten und Komplettleistungen im Hafen- und Wasserbau stellte hohe Anforderungen an Planung und Bauleitung. Neben dem Auftraggeber und der ausführenden Einheit Züblin waren auch die AIU Stralsund GmbH als Planer sowie interne Verantwortliche wie Sebastian Geldschläger (Kalkulation) und Ralf Mertz (Gruppenleitung) maßgeblich beteiligt.
Mit Abschluss der Sanierung entstand ein modernes, funktionales und ästhetisch ansprechendes Hafenareal. Die Maßnahme leistet einen nachhaltigen Beitrag zur städtebaulichen Entwicklung Stralsunds, verbessert die Infrastruktur und steigert gleichzeitig die Aufenthaltsqualität des Hansakais.