Orafol Halle 11
Ort:
Oranienburg
Bauzeit:
1. Bau-Abschnitt: 10/2017 - 11/2018
2. Bau-Abschnitt: 07/2018 - 06/2019
Auftraggeber:
Orafol Europe GmbH
Orafol Halle 11
Auf dem Betriebsgelände in Oranienburg entstand in zwei Bauabschnitten ein hochkomplexer Hallenkomplex, der nicht nur Produktionsflächen für selbstreflektierende Klebefolien bietet, sondern auch Lager-, Technik- und Sozialbereiche integriert. Die Kombination aus innovativer Bauweise, funktionaler Planung und architektonischer Qualität macht dieses Projekt zu einem Best-Practice-Beispiel für industrielle Großprojekte.
Das Bauprojekt befindet sich in Oranienburg, direkt angrenzend an die Orafolstraße auf dem Betriebsgelände der Orafol Europe GmbH. Ziel war die Errichtung einer modernen Produktionshalle für die Herstellung selbstreflektierender Klebefolien sowie ergänzender Bereiche für Technik, Lager und Mitarbeiter. Die Umsetzung erfolgte in zwei Bauabschnitten, die zusammen einen monolithischen Hallenkörper bilden.
Erster Bauabschnitt – Produktionshalle mit Kopfbau
Der erste Bauabschnitt umfasste den Neubau der Produktionshalle (Halle 11) mit einer Bruttogrundfläche von rund 8.425 m² auf zwei Ebenen. Kernstück sind zwei große Produktionsräume, die als Sauberräume mit einem Überdruck von 25 mbar betrieben werden. Ergänzt werden diese durch Tanklager, Anlieferungszonen sowie Technik- und Lagerräume im Erdgeschoss. Im Obergeschoss des Kopfbaus befinden sich Bereiche für Mitarbeiter:innen wie Umkleiden, Aufenthaltsräume, Teeküche und Sanitärräume sowie Räume für einfache Labortätigkeiten.
Die Konstruktion basiert überwiegend auf Stahlbeton-Fertigteilen, während der Kopfbau in Ortbeton ausgeführt wurde. Die Gründung erfolgte über 82 Köcherfundamente, auf denen bis zu 13 m lange Fertigteilstützen montiert wurden. Zwischen den Stützen spannen Dachbinder mit einer Länge von bis zu 24 m. Die Fassade kombiniert Trapezblech auf Dämmkassetten mit einer Klinkerfassade – ein Mix, der Funktionalität und architektonische Qualität vereint.
Zweiter Bauabschnitt – Erweiterung und neue Ebenen
Der zweite Bauabschnitt ergänzte die Halle um weitere 10.587 m² BGF auf drei Ebenen. Neben zusätzlichen Produktions- und Lagerflächen wurden Aufenthalts- und Sanitärräume für Mitarbeiter:innen integriert. Eine Bürospange an der Ostfassade sowie eine Technikebene auf dem Niveau des ersten Bauabschnitts sorgen für optimale Arbeitsabläufe. Die vertikale Erschließung erfolgt über vier Lastenaufzüge, vier Fluchttreppenhäuser und eine zentrale Treppe. Rolltore, Überladebrücken und Fluchttüren gewährleisten eine flexible Nutzung und sichere Logistik.
Architektonisch fügt sich die Erweiterung nahtlos an den ersten Bauabschnitt an. Die durchgängige Fassadenlinie erzeugt den Eindruck eines monolithischen Hallenkörpers, obwohl die Halle dreiseitig freistehend ist.
Ein zentrales Augenmerk lag auf der Dichtigkeit der Sauberräume, die für die Produktion unter Reinraumbedingungen essenziell sind. Die Kombination aus Fertigteilbauweise, Ortbeton und präziser Ausführung stellt sicher, dass die hohen technischen Anforderungen erfüllt werden.