Blick auf ein Backsteinhaus auf der Hafeninsel Stralsund
Blick auf ein Backsteinhaus auf der Hafeninsel Stralsund © Knut Mertz / ZÜBLIN

Sicherung Hansakai – Stralsund Hafeninsel

Ort: 
Stralsund

Bauzeit: 
6/2021 - 4/2023

Auftraggeber: 
Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund mbH, Stralsund (DE)

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Sicherung Hansakai – Stralsund Hafeninsel

Sanierung maroder Uferkanten und Errichtung neuer Spundwandkonstruktionen auf der Nördlichen Hafeninsel. Mit Mikropfählen, Stahlbeton und hochwertigen Sichtbetonfertigteilen wurde die Grundlage für die Neugestaltung des Hafenplatzes geschaffen

Zwischen Juni 2021 und April 2023 führte die Ed. Züblin AG, Bereich Ingenieur- und Hafenbau der Direktion Nord im Auftrag der Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund mbH ein technisch anspruchsvolles wasserbauliches Großprojekt zur Sicherung des Hansakai auf der Nördlichen Hafeninsel durch. Ziel der Maßnahme war die grundlegende Erneuerung der maroden Ufereinfassungen sowie die Schaffung einer sicheren, tragfähigen Basis für die spätere gestalterische und funktionale Aufwertung der Freiflächen rund um den Hafenplatz.
 
Das Projekt umfasste mehrere Teilzonen, darunter den Liegeplatz 6, das Hafenamt und die Aufschleppe. In allen Bereichen mussten bestehende, geschädigte Kaikanten zurückgebaut und durch moderne Spundwandkonstruktionen ersetzt werden. Insgesamt wurden 183 Meter neue Spundwand errichtet, darunter sowohl verankerte Wellenwände als auch unverankerte Kasten-Pfahlwände. Diese stellten ein zentrales strukturelles Element der Ufersanierung dar und bilden heute die neue tragfähige Hafenlinie.
 
Zu Beginn der Bauausführung waren umfangreiche Abbruchmaßnahmen erforderlich. Insgesamt wurden rund 800 m³ Beton und Stahlbeton entfernt. Auch der Rückbau eines 45 Meter hohen Gittermastes gehörte zu den komplexeren Aufgaben. Im Anschluss wurde das neue Gründungs- und Verankerungssystem hergestellt, das 114 tiefreichende Mikropfähle umfasst. Sie dienen sowohl der Rückverankerung der Spundwände als auch der Lastabtragung für die neu entstandenen Treppen- und Mastfundamente.
 
Ein besonderer gestalterischer Schwerpunkt des Projekts war die neue Wassertreppe. Diese Stahlbetonkonstruktion, rund 11 Meter breit, verbindet funktionale Anforderungen wie Zugänglichkeit und Ufernutzung mit hohen architektonischen Ansprüchen. Die Verkleidung mit Betonfertigteilen in herausragender Sichtbetonqualität trägt maßgeblich zur optischen und städtebaulichen Aufwertung des Hafenbereichs bei und stellt einen neuen, prägenden Blickfang dar. Die technischen Leistungen des Projekts umfassten ein breites Spektrum wasserbaulicher und massiver ingenieurtechnischer Arbeiten. Dazu zählen Spundwandkonstruktionen mit einer Gesamtmasse von 666 Tonnen, der Einbau von 616 m³ unbewehrtem Beton sowie 145 Tonnen Bewehrungsstahl. Darüber hinaus wurden rund 10.000 m³ Bodenmaterial für Verfüll- und Stabilisationsmaßnahmen bewegt. Ein durchgehender Stahlbetonholm über 190 Meter Länge sowie Kolksicherungen auf einer Fläche von 550 m² ergänzen das komplexe Sicherungssystem des Ufers.
 
Die Bauweise war geprägt durch Massivbau in Verbindung mit einem hohen Anteil an Stahlwasserbauarbeiten. Dazu gehörten Brennschneiden, Schweißen und die Montage maßgefertigter Gurtkonstruktionen. Die Arbeiten mussten aufgrund enger Maßtoleranzen und strenger Anforderungen an die Sichtbetonqualität äußerst präzise ausgeführt werden.
Die Auftragssumme lag bei 3,7 Millionen Euro. Mit Abschluss der Sicherungsarbeiten wurde ein entscheidender Beitrag zur Revitalisierung der Nördlichen Hafeninsel geleistet. Das Projekt vereint anspruchsvollen Ingenieurbau, wasserbauliche Kompetenz und gestalterische Qualität. Es schafft die notwendige Grundlage für eine dauerhafte, vielseitige und städtebaulich hochwertige Nutzung des Hafenareals. Durch seine Komplexität und Präzision gilt die Maßnahme als beispielgebend für moderne Ufersanierungen im maritimen Umfeld.

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