Foto Neubau des Grubenwasserkanals Ibbenbüren
Foto Neubau des Grubenwasserkanals Ibbenbüren © DB InfraGO AG / PANTERRA

Stammstrecke München, Tunnel Hauptbahnhof VE30

Ort: 
München

Bauzeit: 
2018 - 2035

Auftraggeber: 
DB InfraGO AG

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Stammstrecke München, Tunnel Hauptbahnhof VE30

Im Rahmen des Bahnprojekts 2. Stammstrecke München hat die DB InfraGO AG die Ed. Züblin AG in Arbeitsgemeinschaft mit dem Baulos VE30 (Rohbau Tunnel West und Haltepunkt Hauptbahnhof) beauftragt.

Zweite Stammstrecke München – Ingenieur und Tunnelbau im urbanen Bestand

Zukunftsprojekt für den öffentlichen Nahverkehr

Die zweite Stammstrecke München zählt zu den bedeutendsten Infrastruktur-Großprojekten Deutschlands und ist ein zentrales Vorhaben für die nachhaltige Mobilität in der Metropolregion München. Ziel des Projekts ist es, die bestehende S-Bahn-Stammstrecke deutlich zu entlasten und die Leistungsfähigkeit des Münchner S-Bahn-Systems langfristig zu sichern. Mit einer zusätzlichen, rund 11 Kilometer langen West-Ost-Verbindung zwischen Laim und Leuchtenbergring entsteht eine neue unterirdische und oberirdische Verkehrsachse, die Kapazitäten erhöht, die Pünktlichkeit verbessert und Raum für zukünftiges Wachstum schafft.
ZÜBLIN ist an diesem Großprojekt mit zwei wesentlichen Bauabschnitten beteiligt: dem Oberirdischen Bereich West (VE 10) sowie dem Tunnel Hauptbahnhof (VE 30). Beide Leistungen werden in anspruchsvollen Arbeitsgemeinschaften realisiert und vereinen Ingenieurbau, Tunnelbau und Spezialtiefbau auf höchstem technischem Niveau.

Oberirdischer Bereich West (VE 10)

Komplexer Ingenieurbau unter laufendem Bahnbetrieb

Im oberirdischen Abschnitt westlich des Münchner Hauptbahnhofs realisiert ZÜBLIN gemeinsam mit seinen ARGE-Partnern einen rund 2,2 Kilometer langen Infrastrukturabschnitt zwischen dem Westkopf des Bahnhofs Laim und der Donnersberger Brücke. In einem hoch verdichteten Bestandsumfeld entstehen dabei zwei zusätzliche Gleise für die zweite Stammstrecke, die das Rückgrat des künftigen S-Bahn-Betriebs bilden.

Wesentliche Bauwerke und Leistungen

Zum Leistungsumfang zählen zahlreiche technisch anspruchsvolle Ingenieurbauwerke. Hervorzuheben sind zwei neue Überwerfungsbauwerke mit Längen von rund 100 und 160 Metern, die eine kreuzungsfreie Führung der neuen Strecken ermöglichen. Ein besonderes ingenieurtechnisches Highlight ist die Umweltverbundröhre (UVR), die unter mehr als 25 bestehenden Gleisen hindurchgeführt wird und künftig Fußgängern, Radverkehr und öffentlichen Verkehrsmitteln dient.
Darüber hinaus werden umfangreiche Stützbauwerke mit einer Gesamtlänge von rund 1.400 Metern sowie Lärmschutzanlagen von mehr als 1.100 Metern errichtet, darunter auch eine Lärmschutzwandbrücke. Parallel hierzu erfolgt die umfassende Modernisierung des Bahnhofs Laim: Rückbau bestehender Weichen, Einbau neuer Weichenanlagen sowie der Neubau überdachter Mittelbahnsteige tragen wesentlich zur Erhöhung der Betriebsstabilität und zur Verbesserung der Barrierefreiheit bei.
Alle Arbeiten im VE 10 erfolgen unter laufendem Bahnbetrieb – ein Rahmen, der höchste Anforderungen an Planung, Koordination, Logistik und Sicherheit stellt und die besondere Kompetenz von ZÜBLIN im Bauen im Bestand unterstreicht.

Tunnel Hauptbahnhof (VE 30)

Bergmännischer Tunnelbau im Herzen Münchens

Der Bauabschnitt Tunnel Hauptbahnhof bildet das unterirdische Kernstück der zweiten Stammstrecke. Zwischen der Donnersberger Brücke und der neuen Station Marienhof entstehen zwei eingleisige S-Bahn-Tunnelröhren mit einem Außendurchmesser von rund 8,50 Metern sowie ein zusätzlicher Erkundungs- und Rettungsstollen. Der Vortrieb erfolgt maschinell mit modernen Hydro-Schildmaschinen im Tübbingausbau, ergänzt durch konventionelle Bauweisen.
Zahlreiche Querschläge, Rettungsschächte sowie Anschlussbauwerke verbinden die einzelnen Tunnelröhren und erfüllen höchste Anforderungen an Sicherheit und Betrieb im Endzustand.

Neue Station München Hauptbahnhof

Ein technisches und logistisch herausragendes Bauwerk ist die neue unterirdische S-Bahn-Station München Hauptbahnhof, die in etwa 41 Metern Tiefe unterhalb der bestehenden Gleisanlagen entsteht. Das Stationsbauwerk wird in Schlitzwand-Deckelbauweise hergestellt: Zunächst sichern bis zu 54 Meter tiefe Schlitzwände die Baugrube, anschließend wird der Baukörper Ebene für Ebene von oben nach unten ausgehoben. Ergänzt wird dieser Bereich durch umfangreiche Spezialtiefbau- und Wasserhaltungsmaßnahmen.
Die wechselnden geologischen Verhältnisse mit Sand-, Schluff- und Tonschichten sowie das Bauen im unmittelbaren Umfeld des laufenden Bahnbetriebs machen diesen Abschnitt zu einer der anspruchsvollsten Tunnelbaustellen Deutschlands.

Strategische Bedeutung und nachhaltige Mobilität

Infrastruktur für Generationen

Mit der zweiten Stammstrecke München entsteht eine zukunftsfähige, leistungsstarke und barrierefreie Infrastruktur, die den öffentlichen Nahverkehr nachhaltig stärkt. Dichtere Taktungen, höhere Fahrgastkapazitäten und moderne, unterirdische Verkehrsknotenpunkte wie Hauptbahnhof, Marienhof und Ostbahnhof verbessern die Qualität des S-Bahn-Systems spürbar.
ZÜBLIN bringt in dieses Großprojekt seine umfassende Expertise im Ingenieur‑, Tunnel- und Spezialtiefbau ein und zeigt eindrucksvoll, wie komplexe Infrastrukturprojekte im innerstädtischen Bestand sicher, präzise und nachhaltig realisiert werden können.