Talsperre Malter
Ort:
Dippoldiswalde
Bauzeit:
7/2019 – 6/2023
Auftraggeber:
Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen
Talsperre Malter
Mit der Erweiterung der Hochwasserentlastung an der Talsperre Malter wurde ein bedeutendes Infrastrukturprojekt für den Hochwasserschutz in Sachsen realisiert.
Talsperre Malter – Erweiterung der Hochwasserentlastung zur Wiederherstellung der Überflutungssicherheit
Die komplexen Bauarbeiten dienten der Wiederherstellung der Überflutungssicherheit und stellten höchste Anforderungen an Planung, Präzision und technische Ausführung. Das Ergebnis: eine moderne, leistungsfähige Anlage, die den Schutz von Mensch, Natur und Infrastruktur langfristig gewährleistet.
Die Talsperre Malter bei Dippoldiswalde spielt eine zentrale Rolle in der Hochwasserregulierung und Trinkwasserversorgung der Region. Um ihre Funktionsfähigkeit auch bei extremen Wetterereignissen sicherzustellen, wurde die Hochwasserentlastungsanlage (HWE) in den Jahren 2019 bis 2023 umfassend erweitert. Die Maßnahme wurde im Auftrag der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen durch die Ed. Züblin AG, Direktion Ost, Bereich Sachsen, in Arbeitsgemeinschaft mit der Karl Köhler Bauunternehmung GmbH & Co. KG umgesetzt.
Komplexe Bauaufgabe unter anspruchsvollen Bedingungen
Die Erweiterung der HWE umfasste ein breites Leistungsspektrum – von Abbruch- und Erdarbeiten über Beton-, Stahlbeton- und Stahlbauarbeiten bis hin zum Rohrleitungsbau. Insgesamt wurden rund 150.000 Tonnen Erdmassen, überwiegend Fels, ausgehoben, aufbereitet und für den Wiedereinbau genutzt.
Ein zentrales Element war die Vertiefung der etwa 12 Meter breiten Sammelrinne um bis zu 3 Meter, um die hydraulische Leistungsfähigkeit deutlich zu erhöhen. Der Wehrüberfall wurde mit rund 20 Dauerpfählen von bis zu 10 Metern Länge verankert und damit dauerhaft stabilisiert. Ergänzt wurde das System durch ein Teilungsbauwerk aus Stahlbeton, das den Abfluss gleichmäßig verteilt und den Neubau optimal an die bestehende Anlage anschließt.
Neue Schussrinne und Tosbecken für kontrollierte Abflussmengen
Die neu errichtete Schussrinne mit einer Neigung von 19,2 Prozent und bis zu 8,5 Meter hohen Randmauern leitet die Wassermassen sicher in das Tosbecken, das als Energieumwandlungsbecken dient. Die Schussrinnensohle wurde als fugenlose, 80 Zentimeter starke Stahlbetonplatte ausgeführt – eine langlebige Konstruktion, die den hohen Belastungen standhält.
Das Tosbecken selbst misst 18 Meter in der Breite und 25 Meter in der Länge. Seine bis zu 10 Meter hohen Betonrandmauern werden von einer neuen Tosbeckenbrücke aus Stahlbeton mit 12 Metern Spannweite und 15 Metern Breite überspannt. Insgesamt kamen rund 5.000 Quadratmeter wasserabführende Schalungsbahnen (Zemdrain) zum Einsatz, um die Betonoberflächenqualität und Dauerhaftigkeit weiter zu verbessern.
Sichere Grundlage für kommende Generationen
Zur Stabilisierung des Untergrunds und des angrenzenden Flussbetts wurde eine Nachbettsicherung mit betonierten Randmauern und 3.000 Quadratmetern Wasserbausteinen in Beton ausgeführt. Eine abschließende Geländeregulierung stellt sicher, dass alle Zuflüsse und Abflüsse optimal geführt werden.
Mit der erfolgreichen Fertigstellung im Juni 2023 wurde die Überflutungssicherheit der Talsperre Malter nachhaltig wiederhergestellt. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie moderne Ingenieurbaukunst und verantwortungsbewusster Umgang mit natürlichen Ressourcen ineinandergreifen – für eine sichere Zukunft im Zeichen des Klimawandels.