Volksbank-Areal Freiburg
Ort:
Freiburg
Bauzeit:
2019 - 2021
Auftraggeber:
Bauherrengemeinschaft Neubau Bismarckallee
Volksbank Areal Freiburg
Das Volksbank-Areal Freiburg bildet mit seinem markanten Gebäudeensemble gegenüber dem Freiburger Hauptbahnhof ein neues Eingangstor zur Innenstadt. ZÜBLIN realisierte den innerstädtischen Gebäudekomplex vom Rückbau der Bestandsgebäude über die Planung und Herstellung der Baugrube bis zur schlüsselfertigen Fertigstellung.
Schlüsselfertiger Neubau im Herzen Freiburgs: Eine Landmarke am Eingang zur Innenstadt
Die Volksbank Freiburg und die Schulstiftung der Breisgauer Katholischen Religionsfonds schlossen sich 2013 zur Bauherrengemeinschaft „Neubau Bismarckallee Freiburg (NBF)“ zusammen. 2017 begannen die Rückbauarbeiten. Abgebrochen wurden einschließlich der Fundamente die asbestbelastete Aula und die Unterrichtsräume des Sankt Ursula Gymnasiums, das ehemalige Volksbankgebäude sowie das Hotel „Rheingold“.
Den Architektenwettbewerb gewann das Hamburger Architekturbüro Hadi Teherani. Der Entwurf umfasste eine Aula und Schulräume, Büroflächen für die Volksbank, ein Hotel sowie eine gemeinsame dreigeschossige Tiefgarage. 2022 wurde der Gebäudekomplex mit dem Badischen Architekturpreis in der Kategorie „Corporate Architecture“ ausgezeichnet.
Bauausführung durch ZÜBLIN
Die ZÜBLIN-Direktion Karlsruhe, Bereich Freiburg, übernahm den Rückbau der Bestandsgebäude, die Planung von HOAI-Leistungsphase 2 bis 8, die Herstellung der Baugrube sowie alle Leistungen bis zur schlüsselfertigen Realisierung des Gesamtneubaus. Dabei konnte auf die Kompetenzen verschiedener Sparten des STRABAG-Konzerns zurückgegriffen werden.
Auf einer Grundfläche von mehr als 6.000 Quadratmetern entstand von Juni 2019 bis April 2021 ein 44 Meter hohes Gebäudeensemble mit offener Architektur und einer durch Kuben und Lamellen geprägten Fassade. Das Projekt umfasst insgesamt eine Bruttogeschossfläche von 25.344 Quadratmetern und eine Nutzfläche von 7.271 Quadratmetern.
Vom zweiten bis zum sechsten Obergeschoss befindet sich die neue Zentrale der Volksbank Freiburg. Hinzu kommen ein Konferenzzentrum, weitere Büroflächen sowie eine Kantine im ersten Obergeschoss. Auch Unterrichtsräume und die Aula des Sankt Ursula Gymnasiums für 2.000 Schüler:innen sind im Gebäudekomplex untergebracht.
Darüber hinaus gehören das 4-Sterne-Hotel „Courtyard by Marriott“ mit 156 Zimmern, Einzelhandelsflächen und ein Café im Erdgeschoss zum Nutzungskonzept. Die dreigeschossige Tiefgarage dient unter anderem als öffentliches Parkhaus und verfügt zudem über einen großen Fahrradkeller.
Anspruchsvolle Lösungen auf engem Raum
Eine besondere Herausforderung stellte die aufwendige Baugrubensicherung durch Bohrpfähle mit bis zu drei Ankerebenen dar. Hinzu kam das Hochdruck-Injektionsverfahren zur Unterfangung der hochgelegenen Außenwand des Sankt Ursula Gymnasiums.
Die Abbrucharbeiten, der Baugrubenverbau und die Rohbauarbeiten liefen zeitgleich mit den einzelnen Planungsphasen des Gesamtprojekts. Regelmäßige Abstimmungen mit den Planungsteams und der Bauherrenvertretung unterstützten dabei, die hohen Anforderungen an Qualität, Planung und Logistik zuverlässig umzusetzen.
Eine besondere Rolle spielte die innerstädtische Lage: Da auf der Baustelle kaum Lagerflächen zur Verfügung standen, erfolgte die Materialanlieferung nach dem Just-in-Time-Prinzip. Dafür mussten täglich zwischen 10 und 30 Lkw koordiniert werden. Für die strukturierte Abwicklung des Bauvorhabens kamen zudem LEAN-Taktung und Taktsteuerungstafeln zum Einsatz.
Technisch anspruchsvoller Rohbau
Eine der anspruchsvollsten technischen Leistungen im Rohbau war die Montage der bis zu 22 Meter langen und 25 Tonnen schweren Stahlbeton-Halbfertigteilbinder für die Aula-Decke. Nach der Betonage erreichte die Konstruktion im Endzustand eine Gesamthöhe von 1,80 Metern. Die Montage der Binder erfolgte mithilfe eines 500-Tonnen-Mobilkrans.
Eine weitere Besonderheit betrifft den Umgang mit Regenwasser: Fast die gesamte Grundfläche des Areals wurde mit Reduktionskörpern ausgestattet. Diese dienen dazu, Spitzen beim Regenwasseranfall abzumildern, bevor das Wasser in die städtische Kanalisation abgeleitet wird.
Nachhaltigkeit und Gebäudetechnik
Das Gebäude erhielt 2021 die DGNB-Klassifizierung in GOLD. Zum technischen Konzept gehört unter anderem eine Grundwasser-Wärmepumpe, die zum Heizen und Kühlen eingesetzt wird.
Auch die Corona-Pandemie stellte das rund 300-köpfige Baustellenteam vor besondere Herausforderungen. Durch konsequente Planung und die Einhaltung der geltenden Vorschriften konnte das Bauvorhaben ohne Ausfalltag fortgeführt werden. Die Bauherren-Abnahme und die Abnahme des Hotels erfolgten 2022 vertragsgemäß.
Für die Abnahme des Volksbank-Gebäudes wurde in enger Abstimmung eine gestaffelte Abnahme und Nutzungsaufnahme der einzelnen Bereiche vereinbart.
Im Anschluss wurden die öffentlichen Straßen, Gehwege und Grünflächen rund um den Gebäudekomplex gemeinsam mit der Stadt Freiburg neu geplant und hergestellt. Nach der Fertigstellung erfolgte die gemeinsame Begehung mit dem Garten- und Tiefbauamt und der Projektleitung der Volksbank.
Ein vielseitiges Gebäudeensemble für Freiburg
Mit dem Volksbank-Areal Freiburg hat ZÜBLIN gegenüber dem Hauptbahnhof ein markantes und vielseitig genutztes Gebäudeensemble realisiert. Auf engem innerstädtischem Raum vereint der Komplex die Zentrale der Volksbank Freiburg mit Schul-, Büro-, Hotel-, Gastronomie- und Einzelhandelsflächen.
Die unterschiedlichen Nutzungen, die anspruchsvolle technische Umsetzung sowie die DGNB-GOLD-Klassifizierung prägen das Gesamtprojekt und machen das Volksbank-Areal zu einem charakteristischen Bestandteil des Freiburger Stadtbilds.